

"SEMInar_Pro - Selbstbewusst und kompetent gegen Antisemismus und Rassismus" ist ein Modellprojekt im Rahmen des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN".
Das Projekt möchte alle Jugendlichen in Sachsen-Anhalt ansprechen und dazu animieren, aktiv gegen Antisemitismus und Rassismus vorzugehen sowie aktiv an der Gestaltung einer offenen und toleranten Gesellschaft mitzuwirken. Antisemitische und rassistische Denkweisen gibt es jedoch nicht nur am rechten Rand unserer Gesellschaft, auch in der Migrationsbevölkerung dürfen antisemitische Tendenzen als Problem nicht unterschätzt werden. Daher richtet sich unser Modellvorhaben auch insbesondere an Jugendliche mit Migrationshintergrund.
Die Hauptziele bestehen in dem Abbau antisemitischer und rassistischer Einstellungen, der Sensibilisierung für aktuelle diskriminierende Erscheinungsformen, der Verbreitung von gegen Rassismus gerichteten Haltungen sowie in der Schaffung eines interkulturellen/-religiösen Miteinanders.
Ein Schwerpunkt der Arbeit des Projekts liegt in der Ausbildung von MultiplikatorInnen. Im Rahmen jeweils in Dessau, Halle und Magdeburg stattfindender Seminarreihen, werden den jugendlichen TeilnehmerInnen fundiertes Wissen und Fähigkeiten vermittelt, mit deren Hilfe sie sich in ihren Peergroups argumentativ gegen Antisemitismus und Rassismus positionieren können.
Ein weiteres Augenmerk liegt in der Vernetzung des jugendlichen Engagements sowie im Aufbau einer interkulturellen/-religiösen Jugendplattform. Die Plattform dient der Förderung von Begegnung und Zusammenarbeit zwischen den teilnehmenden Jugendlichen aus Dessau, Halle und Magdeburg. Vielfältige Angebote (Zeitzeugenberichte, Exkursionen oder Workshops/-camps) geben den Jugendlichen wichtige Inputs und Freiraum für Kreativität. Durch die Möglichkeit mit- und voneinander zu lernen sowie durch das gemeinsame Erreichen von Zielen entstehen Rahmenbedingungen, die den Abbau von Vorurteilen fördern und zu neuen Freundschaften ermutigen.
Kooperationspartner: Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. (Arbeitskreis Bildungsbausteine gegen Antisemitismus), Verbundprojekt „Lernen vor Ort“ Dessau-Roßlau, Jüdische Gemeinde zu Dessau, Landesnetzwerk Migrantenselbstorganisationen Sachsen-Anhalt (LAMSA), Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. (AGSA)
Gerade in Dessau-Roßlau, in dem rechtsextreme Gewalt kein Fremdwort ist, ist es außerordentlich wichtig, dass die einheimische Bevölkerung und die Migrantinnen und Migranten einen Ort haben, um sich gegenseitig kennen zu lernen.
Im Jahre 2006 erhielt das Multikulturelle Zentrum Dessau e.V. von der Stadt Dessau die Genehmigung, den ehemaligen Sportplatz im Quadrat Johann-Meier-Straße / Chaponstraße / Amalienstraße / Lutzmannstraße zu nutzen.
Ziel war es, das Objekt für die Bürger und ihre Gäste zu einer Begegnungsstätte mit interkulturellem Angebot und gärtnerischer Freizeitbeschäftigung umzugestalten.
Im Frühjahr begannen unter der Regie des Multikulturellen Zentrums Dessau e.V. mit vielen Partnern die Planungsarbeiten zu Gestaltung der Fläche des künftigen interkulturellen Gartens. Im Sommer des gleichen Jahres wurde damit begonnen, die Ideen in die Praxis umzusetzen.
Es folgten im Jahre 2007 die Schaffung einer Ackerfläche zur gärtnerischen Bearbeitung und eines Basketballfeldes für die sportliche Betätigung.
Im Jahre 2008 wurde mit tatkräftiger Unterstützung von Schülern der Euro-Schulen Aken am Rand des geplanten Veranstaltungsbereiches ein Carport als Wetterschutz errichtet.
Im Mai trafen sich die Schüler der 9. Klassen der "Ganztagsschule an der Stadtmauer" zu einem Arbeitseinsatz im Interkulturellen Garten. Es schloss sich eine Bepflanzungsaktion, die von den Jugendlichen des Multiclubs "Treff" durchgeführt wurde, an.
Irakische Familien feierten auf dem Platz ihr traditionelles Familienfest und im Rahmen der HipHop-Sommerschule wurden die Arbeiten des Graffiti-Workshops an der Einfassung der Betonfläche der ehemaligen Pumpstation angebracht.
Der interkulturelle Garten ist auch Station der Radwandertour "Erkundungen am roten Faden - Stadumbau erleben" gewesen, bei der sich die Besucher über das Vorhaben und den Stand der Umsetzung interessiert informierten.
Seit dem Jahre 2001 arbeitet im Dessauer Multikulturellen Zentrum die Beratungsstelle für Opfer rechter Straf- und Gewalttaten. Zuständig ist das Opferberatungsprojekt für die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg, die kreisfreie Stadt Dessau-Roßlau sowie die Verwaltungsgemeinschaft Loburg im Landkreis Jerichower Land.
Freiwilligkeit und Vertraulichkeit sind die Grundprinzipien der Beratungstätigkeit des Opferberatungsprojekts. Wenn es die Klienten wünschen, findet die Beratung auch anonym statt. Wenn der Opferberater Marco Steckel von einem Angriff erfährt, nimmt er Kontakt mit dem Opfer auf.
Das Erstgespräch findet in der Regel an einem vom Opfer gewünschten Ort statt. Gemeinsam mit dem Opfer wird die Problemlage erörtert, der Betreuungsbedarf ermittelt sowie die weitere Vorgehensweise abgesprochen.
Ziel der Beratungstätigkeit ist die Unterstützung und Begleitung des Opfers bis zur vollständigen Wiederherstellung der sozialen Handlungsfähigkeit sowie der psychischen Stabilität. Der gesamte Beratungsprozess orientiert sich dabei an den Bedürfnissen des Opfers, wobei es stets ermuntert wird, seine Kompetenzen mit dem Ziel zu erkennen, Lösungsstrategien mit zu erarbeiten und umzusetzen.